Hanna hieß sie. Etwa 1.63 groß, an die 72 kg schwer, mal mehr, mal weniger. Keine Sylphide also. Trotzdem war sie die heimliche Königin des Stuttgarter Bordells und auf alle Fälle die ausgewiesene Großverdienerin. Keine der Nutten dort, war so beliebt und so ausgebucht wie Hanna. Was war nun ihr Geschäftsgeheimnis. Ganz einfach: ihre Fröhlichkeit, ihre Menschlichkeit, ihre Natürlichkeit!
Hanna hatte Friseurin gelernt. Sie wollte etwas gestalten, mit Menschen zu tun haben. Der Beruf schien ideal. Im dritten Lehrjahr entwickelten sich schreckliche Allergien. Ihre Hände sahen aus, als ob sie hautlos wären, man sah das frische Fleisch. Hanna hatte arge Schmerzen und war todunglücklich. Einzig ihr Freund konnte sie noch aufheitern, doch auch das ging nicht lange gut. Fredi, so hieß der Freund Hannas, kam in falsche Kreise, wurde verurteilt und eingesperrt. Sie stand da mit dickem Bauch, schwanger im 8. Monat, kein Job, nörgelnde, biedere schwäbische Eltern. Ein Jammer.
Kurzentschlossen heuerte sie als Putzfrau mit erweitertem Wirkungskreis in dem Etablissement an – sie kochte auch für die Nutten im Stuttgarter Puff, es herrschte meistens 24 Stunden-Betrieb und verdiente gar nicht schlecht. Dazu kamen die Trinkgelder, die ihr von den Freiern und von den Nutten zugesteckt wurden. Sie konnte zufrieden sein.
Doch Hanna wollte mehr. Ihr gefiel das Leben im Bordell. Trotz des Betriebs, der Zoten, des vielen nackten Fleisches um sie herum, fand sie es urgemütlich, besonders an den Vormittagen, wenn wenig Betrieb war und die Mädchen so manche Anekdote erzählten.
Nach einer rauschenden Geburtstagsfeier, nur mit Stammgästen, die drei Tage gedauert hatte, kamen einige der Nutten auf die Idee auch Hanna ein wenig herauszuputzen. Sie staffierten sie etwas hurös mit Büstenhalter, knappem Höschen, Mieder, Strapsen und Netzstrümpfen heraus, frisierten und schminkten sie. So aufgebrezelt räumte Hanna den Laden notdürftig zusammen, als noch ein total verspäteter Gast kam. In der Szene bekannt als der „Berliner“, selber Bordellbesitzer und Hurentreiber, eines Teils ziemlich gefährlich, manchmal sehr sentimental und weinerlich.
Heute war anscheinend so ein Tag. Der Berliner erkannte die sonstige Puffverschönerin in ihrem Aufzug überhaupt nicht, alle anderen Mädchen waren auf ihren Zimmern, sie wollten ausschlafen. Hanna war sozusagen allein mit dem Ganoven. Sie servierte ihm das gewünschte Getränk, dazu eine hervorragende Gulaschsuppe, um seine Lebensgeister wieder aufzufrischen, denn ganz nüchtern war er nicht, man kam ins Gespräch. „Du bist ja recht handlich“ meinte der Berliner und strich Hanna ganz leise über die nackten Arme. „Ja wirklich“, das fühlt sich wirklich gut an.“ Seine Hände waren plötzlich überall, aber nicht fordernd, nicht gemein, sondern sehr, sehr zärtlich. Seit Hannas Verlobter im Gefängnis saß, saß Hanna sexuell auf dem Trockenen. Sie genoss die immer drängender werdenden Berührungen des sehr wohl im Umgang mit eher unerfahrenen Hühnern gewieften Mannes. Sanft aber sehr bestimmt drängte der Berliner Hanna dazu sich auf den Rücken zu legen. Immer wieder strichen seine Hände über die Innenseite Ihrer Schenkel, langsam nestelte er an ihrem Unterhöschen herum, streifte es Hanna dann ganz langsam vom Körper. Hanna stöhnte bereits ganz leise. Dann brachte er Hanna dazu, ihre Schenkel zu öffnen, weit, immer weiter, bis ihre Fut, nass glänzend, wie eine reife Frucht vor ihm da lag.
Hanna kam gar nicht dazu, sich zu schämen. Mit ihrem Verlobten Gäbs die Missionarsstellung und manchmal einen Seitenfick wegen der Schwangerschaft. Für sie war alles neu und aufregend. Jetzt blies der Mann seinen Atem zwischen ihre Schenkel und beobachtete ihre Reaktion. Hannas Atem ging schneller, jetzt stammelte sie irgendetwas. Da legte der Mann seinen Kopf zwischen ihre Beine und fing an Hanna nach allen Regeln der Kunst zu lecken. Seine Zunge fand den berühmten Knopf und da spürte sie dann ein Trommelfeuer seiner Zungenschläge, bis sie sich mit einem irren Schrei dermaßen entlud, dass der Plüschpolster unter ihr von einem See überschwemmt wurde. Der Mann zog seine flinke Zunge zurück und beobachtete Hanna. Dem ersten Orgasmus folgten eine zweite und eine dritte Entladung. Sie zitterte am ganzen Körper, zwischen ihren Brüsten breitete sich Schweiß aus, sie bekam Gänsehaut, ihre Augen rollten. Langsam beruhigte sich Hanna. „Was war denn des?“, fragte sie den Berliner. Der, selber verblüfft, dass er einer Frau noch solche Reaktionen entlocken konnte, meinte nur lakonisch: „Du hast dreimal abgespritzt, das ist selbst mir noch nie passiert. Du bist ein Naturtalent“.
Der Berliner nahm Hanna unter seine Fittiche, wurde ihr Lehrmeister und brachte Hanna so manches bei, was liebesbedürftigen Männern guttut. Hanna wurde so zur beliebtesten käuflichen Dame im gemütlichsten Bordell Stuttgarts.
Sie wusste, sie war nicht so überaus auffallend und attraktiv wie die anderen „Schwalben“, aber sie konnte zuhören, sie sprach ein gemütliches schwäbisch, sie war gepflegt, achtete auf ihr Gewicht, trank nicht zu viel, hielt sich vor allem von Drogen fern und konnte auf die Freier wunderbar eingehen. Ein Jeder, ob alt, ob jung, ob schön, ob hässlich, ob reich oder arm, ob mit Behinderung oder einem Tick, Hanna behandelte sie alle nach ihrem Gusto und ihren Launen. Nur eines machte sie niemals mit: Sie lehnte sadistische und landläufig perverse Praktiken ab. „Mein Arsch gehört nur mir, da kommt nur Wasser und Clopapier hin“, war ihre Antwort auf häufige Fragen ihrer Kolleginnen.
Hanna machte sich auch absolut keine Illusionen über ihren Job. „Die Freier wollen zuerst eine Ansprache, dann eine Aussprache und dann gepflegt bedient werden. Dann sind sie glücklich und gehen wieder heim zu Muttern“.
Der Einwand, dass Männer zu Nutten gehen, weil sie was anderes wollen als Blümchensex, wurde von ihr strikt verneint. „Im Grund ist es doch immer das gleiche. Die Männer wollen als solche behandelt werden und das mache ich.
Mit 50 hatte Hanna so viel auf der Kante, dass sie sich ins Gemütlich- Bordell in Stuttgart als stille Teilhaberin einkaufen konnte. Manchmal kommt sie noch und schiebt mit einem ihrer Lieblingsstammfreier eine langsame Nummer. Sie lebt außerhalb von Stuttgart in einem hübschen Haus mit großem Obstgarten, zwei kleinen Katzen und zwei Riesenhunden. Ihr Sohn besucht sie mit seiner kleinen Familie sehr häufig, eine tolle Köchin ist sie ja nach wie vor. Von Ihrem Beruf weiß er nichts.

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